Europa-Reise findet ein Ende
Europe Cup: ASC Grünwettersbach – Roskilde Bordtennis 1:3
Von Karl-Heinz Fritz
Nach dem Aus in der Champions League gegen die übermächtigen Franzosen aus Hennebont, ist der ASC nun auch im Achtelfinale des Europe Cup ausgeschieden. Nach der 1:3 Niederlage im dänischen Roskilde unterlag der ASC, der überwiegend mit Nachwuchsspielern angetreten war, auch das Rückspiel in Grünwettersbach mit 1:3.
Das Ausscheiden war dabei schon nach zwei Einzeln besiegelt, da diese die Dänen uneinholbar mit 2:0 in Front brachten.
Zunächst zog Tobias Hippler gegen den ehemaligen ASCler Tobias Rasmussen in 4 engen Sätzen den Kürzeren, wobei die starke Vorhand von Rasmussen letztlich den Unterschied ausmachte.
Anschließend fand auch der erst 17jährige Damian Floro im 29 Jahre älteren Jens Lundquist seinen Meister. Dabei gingen die ersten beiden Durchgänge erst in der Verlängerung an den ehemaligen schwedischen Nationalspieler, der dann im 3. Satz nicht mehr zu bremsen war.
Divyansh Srivastava konnte als das Ausscheiden bereits besiegelt war in einem umkämpften Fünfsatzspiel gegen Anders Eriksson den verdienten Ehrenpunkt für die Hausherren erspielen, ehe Tobias Hippler gegen Jens Lundquist chancenlos blieb, der somit die Rückspielniederlage des ASC endgültig besiegelte.
Ein Super-Tom ist zu wenig
TTBL: ASC Grünwettersbach – Borussia Dortmund 2:3
Die Luft wird immer dünner für den ASC. Auch gegen die Dortmunder Borussen reichte es erstmals in der TTBL nicht zu einem Sieg. Am Ende herrschte Enttäuschung pur bei Spielern, Verantwortlichen und Fans, die in der ausverkauften Halle alles versucht hatten, um ihr Team zu puschen. Doch lediglich der überragende Tom Jarvis, in der Winterpause aus Köln zum ASC gewechselt, konnte die Stimmung in positive Energie umwandeln.
Im Auftaktmatch offenbarte der immens druckvoll agierende 26jährige Brite sein Potential, als er Cedric Nuytinck in drei Sätzen in Schach halten konnte. Lediglich die Aufschläge des Belgiers bereiteten dem ASC-Topmann phasenweise Probleme, doch sobald der Ball im Spiel war, war Tom klar Chef am Tisch.
Auch Tiago Apolonia schien den Siegeszug der Hausherren fortsetzen zu können, als er den ehemaligen Doppelweltmeister Kristian Karlsson im Auftaktsatz mit 11:2 deklassierte. Doch ab Durchgang zwei übernahm das schwedische Kraftpaket mit seinen brachialen Schlägen das Kommando und siegte am Ende klar mit 3:1.
Gespannt waren die Zuschauer dann auf das TTBL-Comeback von Ricardo Walther nach seinen beiden Bandscheiben-Operationen. Doch schnell kehrte Ernüchterung ein, denn gegen Adam Szudi agierte Walther gehemmt und weit unter Normalform, woraus am Ende ein völlig ungefährdeter 3:0 Sieg des Borussen resultierte.
Bereits mit dem Rücken zur Wand zeigte sich Tom Jarvis im Duell der Spitzenspieler gegen Kristian Karlsson dann erneut von seiner Sahneseite. Mit immensem Druck in seinen Schlägen sowie raffinierten Aufschlägen, die Karlsson vor erhebliche Probleme stellten und die er mehrmals auch monierte, fertigte der Brite auch diesen hochkarätigen Kontrahenten mit 3:0 ab, so dass in der Arena wieder Hoffnung aufkeimte, da es erstmals in dieser Saison ins Entscheidungsdoppel ging.
Zwischen Apolonia/Walther und Nuytinck/Szudi entwickelte sich zunächst ein gutes und ausgeglichenes Spiel. Doch zunehmend übernahm das Gästeduo das Kommando und schien im 4. Satz einem klaren Sieg entgegen zu streben. Doch nach einer Auszeit gingen Ric und Tiago mit 9:8 in Führung und alles schien wieder offen. Doch nur kurz, denn mit vier Punkten in Serie besiegelte der BVB die Niederlage des ASC. Als Trost bleibt lediglich, dass Tom Jarvis bereits jetzt in der 1. Liga angekommen ist und auch Ricardo Walther im Schlussdoppel fast wieder der Alte war, auch wenn das finale Erfolgserlebnis verwehrt blieb.
Mit 8:18 Punkten rangiert der ASC punktgleich mit den hinter ihm liegenden Teams aus Bad Königshofen und Grenzau auf Rang 10 und muss aufpassen, nicht noch weiter durchgereicht zu werden.
Zum Tabellenführer an die Weser
So. 25.01., 14 Uhr: SV Werder Bremen – ASC Grünwettersbach
Es war der Höhepunkt der Vorrunde, als der ASC den damaligen Tabellenführer Bremen mit 3:0 auf die Heimreise schickte. Am Sonntag nun wollen die Hanseaten dafür sicherlich vor heimischem Publikum Revanche nehmen.
Der ASC muss sich also an der Weser warm anziehen, zumal den Badenern Spitzenspieler Hiroto Shinozuka nicht zur Verfügung steht.
Die Werderaner spielen bislang eine hervorragende Saison und stehen aktuell völlig überraschend an der Tabellenspitze. Auch die unerwartete Heimniederlage gegen Schlusslicht Bad Königshofen konnte an dieser Tatsache nichts ändern.
Mit Kirill Gerassimenko, Mattias Falck, Irvin Bertrand und Marcelo Aguirre konnte Trainer Christian Tamas in allen bisherigen Spielen auf seinen kompletten Spielerkader zurückgreifen, was in der TTBL seinesgleichen sucht.
Beim ASC hofft Trainer Kilian Ort, der den ASC auch in der kommenden Saison betreuen wird, dass der wiedergenesene Ricardo Walther schnell seine Form findet und Tiago Apolonia und Winterneuzugang Tom Jarvis ihre gute Form konservieren können. Vielleicht bekommt auch Tobias Hippler, der im Hinspiel Mattias Falck bezwingen konnte, eine weitere Chance.
Zumindest kann der ASC in Bremen befreit aufspielen, denn die Favoritenrolle liegt eindeutig beim Primus. Doch hat die bisherige Saison gezeigt, dass in der äußerst ausgeglichenen Liga jeder jeden schlagen kann.
